Zurück

 

Am 14. Oktober 1975 beginnt der Gerichtsprozess rund um den sechsfach Mord an der Familie DeFeo. Angeklagt wird der älteste Sohn Ronald DeFeo Jr. Es ist eine wahre Horrorgeschichte, die in Buch und Film Einzug hält.
 

Der schicksalhafte Abend

 

Am 13. November 1974 stürmte der damals 23-jährige Ronald „Butch“ DeFeo Jr. in eine Bar in der Kleinstadt Amityville und behauptete, seine Eltern wären in ihrem Haus erschossen worden. Mehrere Stammkunden der Bar begleiteten DeFeo nachhause, 112 Ocean Avenue, wo ein Mann namens Joe Yeswit die Suffolk Country Polizei rief, um das Verbrechen zu melden. Als daraufhin Polizeibeamte am Haus eintrafen, fanden sie neben den Leichen von Ronald DeFeo Sr. ( 43 Jahre alt) und seiner Frau Louise (42 Jahre alt) auch noch die leblosen Körper vier ihrer Kinder: Dawn, 18 Jahre, Allison 13 Jahre, Marc, 11 Jahre und John, 9 Jahre alt. Sie alle waren im Schlaf erschossen worden. Ronald DeFeo Jr. versuchte die Schuld von sich zu weisen, legte am nächsten Tag jedoch ein Geständnis ab.

 

War es nur ein Täter?

 

Es gab eine große Ungereimtheit am Tatort. Die Gerichtsmediziner bestätigten, dass alle sechs Opfer im Schlaf erschossen wurden. Doch wie konnten sie vom Lärm der Schüsse zuvor nicht aufgeschreckt sein? Die Nachbarn hatten in der Nacht auch keine auffälligen Geräusche gemeldet – und das alles, obwohl DeFeo eine Waffe ohne Schallschutz verwendete. Lange stellte sich die Frage, ob der älteste Sohn der Familie vielleicht doch Komplizen hatte. DeFeo, der im Laufe der Zeit immer wieder neue Versionen des Tathergangs schilderte, meinte, seine Schwester Dawn und zwei ihrer Freunde hätten die Morde geplant. In einer anderen Version erzählte er, seine Mutter hätte alle umgebracht und aus Notwehr heraus ging er dann gegen sie vor.

 

Der Prozess

 

DeFeos Verteidiger plädierte auf Unzurechnungsfähigkeit seines Mandanten – ohne Erfolg. Im November 1975 wurde DeFeo wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz für schuldig befunden und zu sechsfach 25 Jahre Haft verurteilt.

 

Spuk zur Vermarktung?

 

Das Haus der DeFeos ging in den Besitz von George Lutz über. Dieser ist nach 28 Tagen mit seiner Familie wieder ausgezogen, da es – seiner Aussage nach – in dem Haus spukt und die Familie DeFeo ihr Unwesen treibt. Kritiker meinten, George Lutz wolle aus der Geschichte nur Geld rausschlagen. 1977 veröffentlichte Jay Anson die Novelle „The Amityville Horror“. Das Buch wurde ein Bestseller und es folgte im Jahr 1979 ein Film mit dem gleichen Titel. Im Jahr 2005 kam ein Remake in die Kinos.