Über die Doku

Es ist einer der berühmtesten Sozialversuche weltweit: das Third-Wave-Experiment des Geschichtslehrers Ron Jones.

Die Story des Experiments von Ron Jones ging um die Welt: Morton Rhues Roman „Die Welle“, der auf Jones‘ Versuch basiert, wurde zum Bestseller und Standardwerk, das seit Generationen an zahlreichen Schulen rund um den Globus zur Pflichtlektüre gehört. 2008 hatte bereits Regisseur Dennis Gansel die Thematik mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle verfilmt. Die aktuelle Netflix-Produktion „Wir sind die Welle" mit Luise Befort, Lea Herst und Ludwig Simon basiert in ihren Grundzügen ebenfalls auf dem Sozialexperiment von Ron Jones. Nun kommt mit „The Invisible Line – Die Geschichte der Welle“ erstmals eine umfassende Dokumentation über die Hintergründe und die wahren Begebenheiten des Experiments ins deutsche Fernsehen.

Ausgangspunkt war die Frage eines Schülers in Jones‘ Geschichtsklasse, warum die Deutschen sich nicht gegen das Hitler-Regime gewehrt und den Holocaust verhindert hätten. Jones, der für seinen experimentellen Lehrstil bekannt war, wollte den Schülern eine Lektion erteilen und demonstrieren, wie schnell totalitäres Gedankengut und Faschismus in einer Gesellschaft Fuß fassen können. Der Versuch, der ursprünglich nur einen Tag hätte dauern sollen, entwickelte ein Eigenleben, das Jones kaum mehr kontrollieren konnte.

In der Dokumentation blickt Jones heute auf den 52 Jahre zurückliegenden Versuch zurück: „Ich hätte das Experiment nie durchführen dürfen und habe meine Klasse in unglaubliche Gefahr gebracht. Ich überschritt die unsichtbare Linie und genoss meine Macht, genau wie Stalin, Hitler oder Trump heute“, sagt Ron Jones in der neuen Dokumentation, in der der zeitlose Aspekt des außer Kontrolle geratenen Experiments von 1967 eine zentrale Rolle spielt. So spannt die Produktion den Bogen in die Jetztzeit und zur Bedrohung unserer gesellschaftlichen Grundordnung durch antidemokratische Kräfte. Gleichzeitig offenbart sie, wie die Mechanismen der Manipulation, die einst zu einem der größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit führten, nichts an Wirkung eingebüßt haben, sondern weiterhin als Werkzeug krimineller Einzeltäter und Gruppierungen dienen.

TV-Weltpremiere am 19. Dezember um 20.45 Uhr