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Am 9. August 1969 dringen Anhänger von Charles Manson in die Villa des Regisseurs Roman Polanski in Beverly Hills, Kalifornien, ein und töten fünf Menschen. Auch die schwangere Ehefrau von Polanski Sharon Tate fällt ihnen zum Opfer.
 

Die Taten schocken die USA

 

Nur zwei Tage später schlagen die Killer erneut zu: Sie töten den Supermarktangestellten Leno LaBianca und dessen Ehefrau Rosemary in ihrem gemeinsamen Haus.

Die Verbrechen versetzten die gesamte Nation in Angst und Schrecken – und machten aus Charles Manson eine kriminelle Ikone.

 

Das Leben von Manson

 

Manson kam 1934 in Cincinnati, Ohio, als uneheliches Kind seiner gerade einmal 16 Jahre alten Mutter zur Welt. Den Großteil seiner Jugend verbrachte er in Einrichtungen für schwererziehbare Jugendliche und als junger Erwachsener wurde er mehrfach verhaftet und musste diverse Gefängnisstrafen absitzen.

Nach seiner Freilassung im Jahr 1967 zog Manson nach Kalifornien. Seine charismatische Art führte dazu, dass er eine Gruppe junger Hippies um sich versammelte. Daraus entstand schließlich eine Kommune, in der Drogenkonsum und Orgien nicht selten waren.

 

Mansons Doktrin

 

Manson folgte seinen eigenen und sehr exzentrischen religiösen Glaubenssätzen, die er seinen Anhängern, die sich selbst als die „Familie“ bezeichnete, vermittelte. Zu einer seiner verrückten Theorien gehörte auch der Glaube, dass ein Rassenkrieg zwischen Schwarzen und Weißen unmittelbar bevorstünde, aus dem die Familie als Sieger hervorgehen würde.

Deswegen stiftete er seine Anhänger dazu an, diesen Konflikt selbst in Gang zu setzen. Der Plan war, reiche Weiße zu töten und die Taten Schwarzen in die Schuhe zu schieben, um den angeblichen Rassenkrieg heraufzubeschwören.

 

Roman Polanski

 

Roman Polanski, zu dessen bekanntesten Werken „Rosemarys Baby“, „Der Pianist“ und „Chinatown“ gehören, war dabei kein beabsichtigtes Opfer. Manson hatte vielmehr erfolglos versucht, einen Plattendeal von einem Musikproduzenten zu bekommen, dem Polanskis Haus vorher gehört hatte. Auf diesen hatte Manson es eigentlich abgesehen.

Roman Polanski war zur Tatzeit nicht in Los Angeles. Die Mörder trafen in der Villa dafür seine Frau Sharon Tate und vier ihrer Freunde an.

Sharon Tate und Roman Polanski

 

Der Prozess

 

Manson selbst war weder bei dem Fünffach-Mord in Polanskis Villa noch bei den LaBianca-Morden vor Ort. Dennoch wurde er später vor Gericht wegen Mordes angeklagt, da er seine Anhänger dazu angestiftet und die Verbrechen geplant hatte.

Ursprünglich konnte er sich jedoch dem Verdacht der Polizei entziehen. Erst als einer seiner Anhänger, der wegen eines anderen Verbrechens im Gefängnis saß, mit den Taten prahlte, nahmen ihn die Beamten ins Visier. Der nachfolgende Prozess gegen die Familie wurde zu einem Medienspektakel, vor allem auch wegen Mansons irrationalem und gewalttätigen Verhalten.

1971 wurde er für die Morde zum Tode verurteilt. Als der Oberste Gerichtshof in Kalifornien ein Jahr später jedoch die Todesstrafe abschaffte, wurde dieses Urteil in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. 2017 starb Manson im Gefängnis an den Folgen einer Darmkrebserkrankung.