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Fast allen Rechtssystemen ist gemein, dass die Unschuldsvermutung solange gilt, bis das Gegenteil bewiesen ist. Dieses Prinzip gilt auch in Mexiko und so dürfen auch dort nur rechtmäßig verurteilte Straftäter in Haftanstalten festgehalten werden. Dennoch beherbergen die mexikanischen Gefängnisse, wie auch in anderen Ländern Lateinamerikas, hunderte Unschuldige: Die Kinder weiblicher Gefangener, hinter Gittern geboren und zu einer Kindheit hinter Gittern verdammt.

Es gibt keine offiziellen Angaben über die Anzahl der Kinder unter sechs Jahren, die mit ihren Müttern in mexikanischen Gefängnissen leben. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass es sich um mehr als 300 und weniger als 600 Kinder handelt, die ein Leben hinter Gittern führen. Studien von UNICEF und anderen Organisationen beweisen, dass die ersten Lebensjahre eines Menschen entscheidend für die Entwicklung seiner physischen, intellektuellen und emotionalen Kapazitäten sind.

Genau wie die Mütter während der Schwangerschaft sind auch die Kinder von Geburt an Opfer zahlreicher Menschenrechtsverletzungen: Mangelnde ärztliche Fürsorge, schlechte Ernährung und fehlende Vorkehrungen, die den Frauen eine optimale Schwangerschaft ermöglichen, können schon im Mutterleib negative Auswirkungen auf das Baby haben. Das führt dazu, dass überdurchschnittlich viele Babies hinter Gittern mit angeborenen Krankheiten zur Welt kommen oder sogar tot geboren werden. Auch der Stress und die Unterbringung tragen zur negativen Entwicklung der Kinder bei.

Die Organisation Reinserta arbeitet daran, diese Umstände zu ändern und zu erwirken, dass der Staat sich der Bedürfnisse der Kinder und ihrer Mütter annimmt. Durch eine bessere Lebensqualität sollen negative Konsequenzen ihrer emotionalen Entwicklung vermieden werden.