Zurück

Wir fragten „Live PD“-Analytiker Sgt. Sean „Sticks“ Larkin nach seinen denkwürdigsten Festnahmen, die ihm während seiner Polizei-Laufbahn untergekommen sind.

Von Verdächtigen, die sich hinter falschen Wänden versteckten bis hin zu nackten Spannern ist hier seine Liste, die keine spezielle Reihenfolge hat.

 

Autoverfolgung, während man selbst verfolgt wird

2004 war ich an einem Abend auf Streife, als uns ein Nummernschild durchgegeben wurde von einem Auto, das kurz zuvor gestohlen worden war. Ich bemerkte, dass das Auto auf der Spur neben mir war und in die gleiche Richtung fuhr. Ich wechselte hinter das Auto und es raste sofort los und ich hinterher.

Kurz darauf bemerkte ich, dass das genau gleiche Modell des gestohlenen Autos hinter mir war und mich verfolgte! Wir fuhren alle drei mit sehr hoher Geschwindigkeit hintereinander durch das Viertel.

Das Auto, das ich verfolgte, zog letztendlich rüber und der Fahrer sprang raus und rannte weg. (Ich war damals wesentlich jünger und habe ihn erwischt.) Das zweite Auto fuhr weiter und andere Polizisten nahmen die Verfolgung auf. Schließlich fassten sie den Fahrer und es stellte sich heraus, dass das Auto auch geklaut war.

 

Ein Bauchklatscher führt erst ins Krankenhaus und dann ins Gefängnis

Eines Abends antworteten mehrere Beamten auf einen Notruf wegen zweier Männer, die in ein besetztes Haus eingebrochen waren. Wir kamen an und nahmen einen der Männer sofort in Gewahrsam. Der zweite Mann rannte in die Garage des Hauses und kletterte einen Heißwassertank hoch. Er schlug die Trockenbauwand, die den Tank umgab, durch und kletterte nach oben auf den Dachboden.

Die Beamten gingen nach oben auf den Dachboden und versuchten, den Verdächtigen zu erwischen. Er war sehr groß (auf Steroiden) und er versuchte, von den Beamten wegzukriechen. Es endete damit, dass er auf das Vordach vom Haus runter fiel. Einer der Beamten erwischte ihn und setzte sich auf den Rücken des Mannes. Durch ihr gemeinsames Gewicht fielen sie beide durch das Vordach. Der Polizist saß die ganze Zeit auf dem Rücken des Verdächtigen und der Täter machte direkt vor mir einen Bauchklatscher auf die Veranda. 

Er verletzte sich am Kopf und wurde bewusstlos. Seine Nacht endete erst im Krankenhaus – und dann im Gefängnis.

 

Festnahme hinter einer versteckten Wand

Mein Partner und ich waren auf Streife in einem Viertel, das für Drogenhandel bekannt  war. Das war noch zu der Zeit, als überall Crack verkauft wurde. Als wir an einem bekannten Crack-Haus vorbeifuhren, sahen wir ein Gangmitglied im Vorgarten. Wir wussten, dass gegen ihn ein Haftbefehl wegen einer schweren Straftat vorlag.

Der Mann war 1,95m groß und wog wahrscheinlich 130 Kilo, davon kein Gramm Muskeln. Er sah, wie wir anhielten und rannte ins Haus.

Mein Partner rannte sofort zur Hausrückseite und ich sicherte die Vorderseite. Wir haben Verstärkung kommen lassen und bekamen vom Hausbesitzer die Erlaubnis reinzugehen. Wir haben das gesamte Haus mit einer Hundestaffel abgesucht, fast 100 qm, konnten ihn aber nicht finden. Eine Frau im Haus sagte uns, dass er durch das Haus und aus der Hintertür rausgerannt war. Wir dachten uns: „Das kann nicht wahr sein!“

Mein Partner und ich gingen noch einmal durch das Haus. Wir haben in einen Schlafzimmerwandschrank geguckt und mein Partner bemerkte, dass sich die Wand im Schrank leicht bewegte. Wir drückten dagegen und sie drückte zurück! Wir rissen die falsche Wand nieder und fanden den riesigen Mann dahinter.

 

Der schnellste Halb-Nackte aller Zeiten

Am Anfang meiner Schicht hatte ich eine Verfolgung zu Fuß mit einem 18-jährigen, der Drogen verkaufte. Ich habe ihn nach nicht mal 50 Metern geschnappt; ich war zufrieden mit mir.

Später während meiner Schicht stand ich an einer Ampel, als jemand neben mir anhielt und mir sagte, dass ein nackter Mann in seinem Viertel durch Fenster spannte. Er sagte, dass der Verdächtige gerade erst in einem alten Kombi weggefahren war.

 

Während wir miteinander sprachen, fuhr der alte Kombi an der Ampel hinter das Auto des Mannes. Ich lenkte meinen Polizeiwagen hinter den Verdächtigen und schon steckten wir mitten drin in einer Verfolgungsjagd. (Das Auto, das ich verfolgte, sah aus wie Griswolds Kombi in „National Lampoon“.)

Schließlich landete der Fahrer in einer Sackgasse in einem Industriegebiet und musste aus dem Auto fliehen. Ein übergewichtiger, alter Mann sprang aus dem Auto und er trug ein T-Shirt, braune Loafer und sonst nichts! Von der Hüfte abwärts war er splitternackt und er rannte davon.

Ich verfolgte ihn und es dauerte zwei Blocks, bis ich ihn hatte. Er war entschlossener zu entkommen als der 18-jährige, den ich vorher gefasst hatte.

 

Verfolgung führt ins Gefängnis (im wahrsten Sinne des Wortes)

Ein Transporter einer Kirche wurde in der Innenstadt von Tulsa gestohlen. Ein Beamter sah den Van nach wenigen Minuten und nahm die Verfolgung auf.

Als das gerade passierte, verließ ich gerade das Gefängnis, das auch im Stadtzentrum von Tulsa liegt. Ich nahm ebenfalls die Verfolgung auf. Mein Partner und ich waren das dritte Auto in der Verfolgung, die durch die Innenstadt von Tulsa führte.

Letzten Endes fuhr der Verdächtige den gestohlenen Van genau durch die Schleusentür des Gefängnisses (das sind elektronische Türen, die nur für die Polizei und Gefängnis-Transporter sind), genau in die „Nur Polizei“-Garage auf der Vorderseite des Gefängniseingangs. Er sprang mit erhobenen Händen aus dem Auto und legte sich auf den Boden, um festgenommen zu werden. Er hat sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst ins Gefängnis gefahren – in einem gestohlenen Kirchen-Van.