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Nicht alle Puppen sind zum Spielen da: Manche von ihnen tragen eine außerordentlich große Verantwortung, nämlich Verstorbene auf ihrem Weg vom Diesseits ins Jenseits zu begleiten. Genau das trifft auf die koreanischen Puppen namens Kkoktu zu.

Bei den Kkoktu handelt es sich um kleine, aus Holz geschnitzte Puppen, die mit kräftigen Farben bemalt werden. Jahrtausendelang waren sie wichtiger Bestandteil koreanischer Begräbniszeremonien. Sie wurden im Sarg neben die verstorbene Person platziert, um ihn oder sie auf dem Weg in den Tod zu begleiten.

Drei verschiedene Arten dieser Puppen lassen sich unterscheiden. Diese drei sind durch ihre individuellen Charakteristiken besonders gut geeignet, einen geliebten Menschen in die andere Welt zu begleiten: Der Beschützer, die Pflegerin und der Entertainer. In dieser Reihenfolge werden die Figuren direkt neben die Leiche in den Sarg gelegt.

Schutz, Pflege und Unterhaltung sind gemäß der koreanischen Tradition jene Dinge, die man braucht, um den Weg ins Jenseits gut meistern zu können.

Während der Beschützer böse Geister vertreibt, umsorgt und kümmert sich die Pflegerin um den Verstorbenen wie eine Mutter. Der Entertainer ist eine Mischung aus Akrobat und Spielmann und sorgt für eine sorgenfreie Stimmung.  

Das Zeremoniell der Kkoktu wurde vor allem in den Jahren der Joseon-Dynastie (1392-1910) durchgeführt, später geriet es in Vergessenheit. Heute findet man die Puppen nur mehr in Museen, wie beispielsweise jene 79 Modelle, die 2007 von der koreanischen Gemeinschaft in New York ausgestellt wurden. 

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