Niederlage für den berühmten Entertainer Bill Cosby. Am 24. Mai 2016 entschied Richterin Elizabeth McHugh vom Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania, dass dem 78-jährigen ein Prozess wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs bevorsteht. Dies war das Ergebnis einer dreistündigen Anhörung, bei der auch Cosby selbst erschien.
„Er schloss die Tür und sperrte sie ab. Er zog mich an sich heran, drückte mich fest, liebkoste meinen Hals und sagte: ‚So liebt man sich. Wir werden uns lieben‘.“ Berichte wie die der damals 23-jährigen Schauspielerin Eden Tirl, die 1989 in einer Folge von „Die Bill Cosby Show“ eine Polizistin mimte, belasten den TV-Star Bill Cosby schwer. Mittlerweile beschuldigen ihn mehr als 50 Frauen des sexuellen Missbrauchs.
Nun entschied das Gericht, dass die Indizien für ein Strafverfahren gegen den TV-Star ausreichen. Cosby selbst äußert sich bis heute nicht zu den Vorwürfen, nach denen er blaue Pillen benutzt haben soll, um die Frauen zu betäuben und anschließend sexuell zu missbrauchen.
Der US-Amerikaner gestand zwar, einer Frau im Jahr 2004 eine Pille verabreicht zu haben, seine Anwälte betonen aber, diese sei lediglich ein Beruhigungsmittel gewesen. Zudem habe sich die Frau nicht gegen Cosbys Annäherungen gewehrt.
Doch dies scheint nicht der einzige Fall zu sein: Am 25. Juni um 21.05 Uhr wiederholt A&E die Dokumentation „Bill Cosby – Frauen brechen ihr Schweigen“, in der mehr als ein Dutzend der Klägerinnen Bill Cosby perfides und kalkuliertes Vorgehen vorwirft. Sie sprechen über das Erlebte und wie sie den Mut fanden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch Bill Cosby selbst kommt dabei zu Wort.
Die Dokumentation legt den Fokus auf die einzelnen Frauen und ihre Schicksale. Die erschütternden Erzählungen fördern schwere Anschuldigungen zutage. So soll Bill Cosby perfide und kalkuliert vorgegangen sein: Er habe den Opfern immer wieder Jobs in Aussicht gestellt haben, um sie unter diesem Vorwand zu sich nach Hause zu locken. Dort soll er sie unter Drogen gesetzt und sich an ihnen vergangen haben.
Die Dokumentation, die in den USA vergangenen September erstmals gezeigt wurde, trug maßgeblich dazu bei, den Opfern eine Stimme zu geben. Denn viele der Frauen schwiegen bis zu diesem Zeitpunkt oder wurden als Lügnerinnen abgestempelt.
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