Zurück
John Wayne Gacy war ein US-amerikanischer Serienmörder, der in den Jahren von 1972 bis 1978 mindestens 33 Jungen und junge Erwachsene gefoltert, vergewaltigt und ermordet hat. Da er in Kinderspitälern und bei Wohltätigkeitsveranstaltungen oftmals als Clown auftrat, wurde Gacy als „Killer Clown“ bekannt.

 

Junge Jahre

John Wayne Gacy wird am 17. März 1942 in Chicago geboren. Mit seinen beiden Schwestern und seiner Mutter versteht er sich sehr gut, doch sein Vater, Automechaniker und Veteran des Ersten Weltkriegs, hat nicht viel für seinen Sohn übrig. Oft wird Gacy von seinem Vater geschlagen und gedemütigt. Um ihren Sohn vor den ständigen Übergriffen ihres Ehemanns zu schützen, setzt sich Gacys Mutter stark für ihn ein. Als Folge dessen bezeichnet ihn dieser als Muttersöhnchen, der ohnehin keinerlei Männlichkeit ausstrahle.

Gacy ist ein guter Schüler, wegen seines Übergewichts ist er allerdings nicht sonderlich beliebt. Ein Herzleiden führt dazu, dass er keinen sportlichen Aktivitäten nachgehen darf. Als er zusätzlich noch an Blackouts leidet, kommt er immer wieder ins Krankenhaus. Wieder ist es sein Vater, der ihn bezichtigt, alles zu simulieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Tatsächlich gibt es für Gacys Leiden kein medizinisches Gutachten.

Mit 18 Jahren tritt Gacy den Demokraten bei – wieder zum Missfallen seines Vaters. Nach einem Streit zieht er nach Las Vegas, doch als sich dieser Aufenthalt nicht weiter finanzieren lässt, geht er zurück.

 

Erstes Vergehen

Gacy findet eine Anstellung in Springfield, heiratet kurz darauf eine Kollegin und tritt den Jaycees bei, einer Wohltätigkeitsorganisation zur Förderung junger Erwachsener. Gacy zieht mit seiner Ehefrau nach Iowa, um dort einen gut bezahlten Job bei seinem Stiefvater anzutreten. Immer mehr engagiert er sich auch in örtlichen Organisationen. Bei den Jaycees steigt er immer höher auf, doch als ihn der 15-jährige Sohn eines Mitglieds beschuldigt, sexuell übergriffig geworden zu sein, wird er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Seine Ehefrau lässt sich daraufhin von ihm scheiden. Bereits nach 18 Monaten wird Gacy wegen guter Führung aber wieder entlassen.

 

Öffentlicher Aufstieg

1971 gründet Gacy das Unternehmen „PDM Contracting“ für Heimwerker Arbeiten. Oftmals verlangt er von seinen Mitarbeitern sexuelle Dienste, um gewisse Vorzüge im Job genießen zu dürfen. Die Anklage eines 19-Jährigen, Gacy hätte sich sexuell an ihm vergangen, wird jedoch mangels Beweisen wieder fallen gelassen.

Gemeinsam mit seiner damaligen Freundin Carol und deren zwei Töchtern zieht Gacy in einen Vorort von Chicago, wo er schnell als Geschäftsmann, aktiver Demokrat und Wohltäter bekannt ist. Genau in dieser Zeit beginnt er seine Mordserie.

 

Mordserie

Am 2. Januar 1972 lockt Gacy den 16-jährigen Timothy in sein Haus. Sie haben Geschlechtsverkehr, danach ersticht er den Jungen und verscharrt seine menschlichen Überreste unter seinem Haus. Bereits bei seinem zweiten Opfer im Jahr 1975 zeigt sich seine zukünftige Vorgehensweise: Er lockt einen Jungen in sein Haus, behauptet, ihm einen Zaubertrick zeigen zu wollen und fesselt ihn. Danach foltert, vergewaltigt und erstickt oder erwürgt er sein Opfer. Die meisten Leichen vergräbt er unter seinem Haus.

Die große Mordserie beginnt erst, nachdem sich Carol, die er 1972 heiratete, 1976 von ihm scheiden lässt. Im Jahr zuvor gestand Gacy ihr, er wäre bisexuell. 

Obwohl Gacy weit mehr Jungen vergewaltigt, meldet ihn lange Zeit keines siener Opfer bei der Polizei. Im Dezember 1977 fasst ein 19-Jähriger den Mut und erhebt Anklage gegen Gacy wegen sexuellen Missbrauchs, nur drei Monate später erfolgt eine weitere Anklage durch einen anderen Teenager. Doch beide Anklagen werden fallen gelassen, da es keine Beweise für die Anschuldigungen gibt.

 

Der letzte Mord

Gacys letztes Opfer ist der 15-jährige Rober J. Piest, der im Dezember 1978 verschwindet. Piest gab vor seinem Verschwinden an, sich mit Gacy zu treffen, was zu einer Hausdurchsuchung führte. Dabei sammeln die Ermittler ausreichend Beweise, um Gacy des Mordes an mehreren Jugendlichen anzuklagen.

 

Prozess und Verurteilung

Gacy gesteht 33 Morde. Die meisten Leichen seiner Opfer können die Beamten unter seinem Haus finden. Die Identität von acht Leichnamen bleibt bis heute ungeklärt. Der Versuch, vor Gericht auf Schuldunfähigkeit wegen Geisteskrankheit zu plädieren, wird nicht zugelassen. Gacy scherzt noch, sein einziges Verbrechen wäre, einen Friedhof ohne Lizenz geführt zu haben.

Gacy wird zu 21-mal lebenslänglich und zu 12-mal Todesstrafe verurteilt. Erst 14 Jahre nach seiner Verurteilung erfolgt die Hinrichtung durch eine tödliche Injektion. Vor dem Gefängnis versammeln sich etwa 1.000 Schaulustige. Erst der zweite Injektionsversuch klappt, Gacy stirbt am 10. Mai 1994. Seine letzten Worte sollen „Kiss my ass!“ gewesen sein.

Serienmörder

Zu den Artikeln