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Joanna Palani war 21 Jahre alt, als sie ihr Philosophiestudium an den nagel hängte und beschloss, als Freiwillige an der Seite des kurdischen Heers den Islamischen Staat zu bekämpfen. 

Einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Daily Mail zufolge tötete sie bereits mehr als 100 Terroristen. 

Palani wurde in Syrien als Heckenschützin ausgebildet und kämpfte an vorderster Front. Sie verließ Dänemark im November 2014, um sich den kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ YPG und danach der Peschmerga anzuschließen.

Die junge Dänin ist davon überzeugt, mit ihrem Einsatz den Kampf der Kurden für den Erhalt der Demokratie und der westlichen Werte zu unterstützen. Sie sei stolz darauf, ihr Leben für solch eine wichtige Sache zu riskieren und fürchte daher weder Tod noch Gefangenschaft.

Anfang 2015 war sie Teil eines Bataillons, das ein Dorf in der Nähe von Mossul eroberte. Bei dieser Operation befreiten sie eine große Gruppe von minderjährigen Mädchen, die entführt und als Sexsklaven missbraucht worden waren.

Als sie im selben Jahr in ihr Land zurückkehrte, konfiszierte der Staat Dänemark jedoch ihren Pass und verbot ihr die Ausreise für ein ganzes Jahr. Sie widersetzte sich dieser Vorschrift aber und kehrte im Sommer 2016 nach Syrien zurück. Es täte ihr zwar leid, das Verbot gebrochen zu haben, aber sie hätte keine andere Wahl gehabt, so Palani. Allerdings fühle sie sich von jenem Land betrogen, dass sie eigentlich beschützen will, und das sie nun ihrer Freiheit berauben möchte.

Palani droht nämlich eine Freiheitsstrafe, weil sie Dänemark unerlaubt verlassen hat. Sie habe so gegen ein Gesetz gegen den IS-Terror verstoßen, welches seine Zivilbevölkerung von Kämpfen mit terroristischen Gruppierungen abhalten will.  

Doch Palani hat nicht nur Ärger mit den dänischen Behörden und dadurch finanzielle Sorgen, sondern sie erhält auch Morddrohungen von radikalen Islamisten: Der IS hat auf sie ein Kopfgeld von einer Million US-Dollar ausgesetzt.

Dennoch ist ihre Angst, gefangen genommen und ermordet zu werden, nicht so groß wie ihre Liebe zur Freiheit – und die hält sie am Leben. Joanna Palani möchte allen weiterhin zeigen, dass sie eine freie und unabhängige Frau ist und ihren Kampf fortführen.