Ein Gefangener in einem mexikanischen Gefängnis zu sein bedeutet nicht nur, sich „Freunde“ zu suchen, die einen vor Übergriffen und Missbrauch schützen oder auch zur richtigen Zeit an die frische Luft zu gehen, wie man es aus Filmen kennt. Nein, in mexikanischen Gefängnissen müssen die Insassen für jede Kleinigkeit zahlen.
Sie zahlen dafür, dass sie sich zum schlafen hinlegen dürfen, dass sie sauberes Wasser trinken können oder auch dafür, nicht verprügelt zu werden. Es wird geschätzt, dass die Gefangenen im Durchschnitt pro Monat ca. 300 Dollar zahlen, um all diese „Leistungen“ zu erhalten.
Die Menschenrechtskommission bestätigt, dass das Problem in staatlichen Gefängnissen noch weitaus schlimmer ist. Vom ersten Moment an, in dem die Häftlinge Gefängnisboden betreten, müssen sie zahlen: für die beigefarbene Sträflingskleidung, die sie tragen müssen, für den Zementsack auf dem sie schlafen und für eine Decke gegen die Kälte.
Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre müssen sie sogar dafür zahlen, aufs Klo zu gehen oder ihre Zelle für ein paar Minuten verlassen zu dürfen.
Für all diese Ausgaben müssen natürlich die Familienangehörigen der Häftlinge aufkommen. Das treibt zum Teil ganze Familien in den Ruin.
Die Ironie des Ganzen ist, dass die Häftlinge sogar dafür zahlen müssen, wenn sie von eben diesen Familienangehörigen besucht werden oder besser gesagt, damit die Wärter ihnen überhaupt sagen, dass sie Besuch haben. Auf welche Unannehmlichkeiten wohl die 8 neuen Teilnehmer der zweiten Staffel von 60 Days In jeden Montag um 21:50 stoßen werden?
Zu Staffel 2 des großen Knast-Experiments auf A&E
