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Er war Familienvater und Bauunternehmer in East Sussex – doch hinter der Fassade führte Mark Brown ein Leben voller Gewaltfantasien und Kontrolle. Zwei Frauen fielen ihm zum Opfer. Der Doku-Zweiteiler „Mörderisches Doppelleben“ erzählt die erschütternde Geschichte eines Mannes, der glaubte, unantastbar zu sein.
Das Verschwinden von Alexandra Morgan
Am 18. November 2021 begann die Polizei im englischen Kent die Suche nach der 34-jährigen zweifachen Mutter Alexandra Morgan. Sie hatte ihrem Umfeld erzählt, sie wolle ein Wellness-Wochenende machen – und kehrte nie zurück. Überwachungskameras zeigten sie zuletzt am 13. November beim Tanken ihres Mini Cooper.
In ihrer Wohnung fand man später einen rätselhaften Zettel: „Check postcode TN34 5NY Rock Lane.“ Dieser Hinweis sollte sich als entscheidend erweisen.
Wie die Ermittler Mark Brown auf die Spur kamen
Nachdem Alexandra als vermisst galt, begannen die Ermittler mit der Rekonstruktion ihrer letzten Stunden – und stießen bald auf einen Namen, der alles verändern sollte.
Alexandras Mobiltelefon wurde zuletzt im Gebiet Rock Lane bei Hastings geortet – einem abgelegenen Gelände, auf dem sich eine Werkstatt und mehrere Container befanden. Die sogenannte Little Bridge Farm gehörte Mark Brown. Sowohl ihr Handy als auch seines waren zeitgleich im selben Funkmast eingeloggt – ein erster digitaler Volltreffer.
CCTV-Aufnahmen zeigten Alexandras Mini Cooper auf dem Weg nach East Sussex. Kurz darauf tauchte auf derselben Strecke Browns goldfarbener Jaguar auf. Ihr Wagen wurde später leer und verlassen in der Nähe eines seiner Arbeitsorte gefunden.
Am 3. Dezember 2021 fanden Ermittler auf einer Baustelle in Sevenoaks ein Ölfass mit verkohlten menschlichen Überresten. Zahnfragmente bestätigten: Es war Alexandra Morgan. In Browns Transporter wurden zusätzlich Blutspuren und Textilreste gefunden – klare Indizien für seine Tat.
Brown hatte Alexandra Morgan über eine Escort-Plattform kennengelernt. Die Analyse ihrer Textnachrichten zeigten, dass Brown sie auf sein Gelände gelockt hatte, in dem er ihr mehrere tausend Pfund für ihren Besuch versprach.
So wurde Mark Brown vom unauffälligen Bauunternehmer zum Hauptverdächtigen eines Mordes – und kurz darauf auch eines zweiten.
Leah Ware
Während der Durchsuchung von Browns Fahrzeug fanden Ermittler ein Rezept auf den Namen Leah Ware. Auch sie kannte er über die Escort-Plattform. Die 33-Jährige war bereits seit Mai 2021 verschwunden. Ware lebte zeitweise auf seinem Grundstück in einem Container. Sie war emotional und wirtschaftlich von ihm abhängig – ein Machtgefälle, das Brown gezielt ausnutzte.
Nach ihrem Verschwinden nutzte Brown weiter ihre Bankkarte, und ihr Hund „Lady“ starb kurz darauf unter ungeklärten Umständen. Leahs Leiche wurde nie gefunden, doch digitale Spuren und Zeugenaussagen überzeugten die Jury: Brown war auch für ihren Tod verantwortlich.
„Ein Psychopath mit Gewissen“
In Nachrichten an Bekannte bezeichnete sich Brown selbst als „psychopath with a conscience“ – ein Psychopath mit Gewissen. Im Prozess erklärte er, Alexandras Tod sei ein Unfall gewesen. Doch die Beweise sprachen eine andere Sprache.
Das Urteil
Am 17. Oktober 2022 wurde Mark Brown am Hove Crown Court zu zwei lebenslangen Haftstrafen verurteilt – mit einem Mindeststrafmaß von 49 Jahren.
Richter Hilliard sagte in seiner Urteilsbegründung:
„Seine Taten sind abgrundtief verkommen – keine Strafe dieser Welt kann das Geschehene wiedergutmachen.“
Nachklang
Leah Wares Leichnam wurde bis heute nicht gefunden. Für ihre Familie bleibt die Ungewissheit, während Brown im Gefängnis jede Reue verweigert.
