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Poe, Hemingway, Kerouac, Fitzgerald… die Liste der alkoholabhängigen Schriftsteller ist wohl unendlich. Doch kann es sein, dass künstlerisches Schaffen und Alkohol wirklich zusammenhängen?

Eine Forschungsrichtung der Neurowissenschaften, die sich mit dem Phänomen der Kreativität auseinandersetzt, kann möglicherweise Antworten über den Zusammenhang von Alkohol und Kreativität geben.

Unzählige Studien belegen, dass bei kreativen Handlungen verschiedene Hirnregionen beteiligt sind. Die prestigereiche US-Universität John Hopkins School of Medicine führte eine Untersuchung über musikalische Kompositionen durch.

Die Forscher fanden heraus, dass während des musikalischen Schreibprozesses eine Art „kreatives Netz“ zwischen dem dorsolateralen präfrontalen Kortex (jene Gehirnregion, die mit der Planung und Überwachung von Handlungen verknüpft ist) und dem Hippocampus (hängt mit der Steuerung von Erinnerungen und Emotionen zusammen) gewebt wird. Daraus leiteten die Wissenschaftler ab, dass es sich bei diesem kreativen Netz um nichts anderes als eine komplexe Wechselwirkung zwischen den Impulsen der Befreiung und der Kontrolle handelt.

Eine andere Untersuchung, durchgeführt von der Northwestern University in Chicago, kam zu dem Schluss, dass entspannte Menschen besser Probleme lösen können. Das liegt daran, dass der Gyrus temporalis superior blockiert wird, wenn jemand unter Stress steht.

Beide Studien deuten an, dass durch Alkoholkonsum der Erfindergeist stimuliert wird: Durch den Alkohol wird ein größerer Grad an Entspannung erreicht und jene Zonen des Gehirns angesprochen, die mit dem emotionalen Gedächtnis zusammenhängen.