Bei einer Gerichtsverhandlung in Massachusetts wurde eine Jugendliche zu 15 Monaten Haft verurteilt, weil sie ihren Freund nach 3 Jahren Beziehung mit mehreren SMS zum Selbstmord gedrängt hat.
Das Opfer Conrad Roy III war 18 Jahre alt, als er am 12 Juli 2014 an einer Kohlenstoffmonoxid-vergiftung starb. Roy fuhr bis zum Parkplatz eines Supermarkts, brachte eine Wasserblase an, welche Gas in das Innere seines Wagens leitete und wartete, doch als er sich schlecht zu fühlen begann versuchte er aus seinem Wagen zu klettern. Seine Freundin Michelle Carter schickte ihm eine Flut an SMS. In denen stand unter anderem: „Du musst es einfach machen. Du hast gesagt, dass du es tun würdest. Ich verstehe einfach nicht warum du es nicht durchziehst!“
Während der Anhörung schluchzten die Familienangehörigen von Roy unter Tränen und erklärten wie Carters Taten Auswirkungen auf ihrer aller Leben hatte. Die Verteidigung betonte jedoch unerlässlich, dass Carter nicht für den Tod des Jungen verantwortlich war, da dieser bereits einen langen Leidensweg mit Depressionen aufzuweisen hatte und sich bereits zuvor versucht hatte das Leben zu nehmen.
Samantha Boardman, die Carter bereits aus der Schule kannte, bekam am Tag vor Roys Tod ebenfalls eine Nachricht. „Ist es möglich, dass ein tragbarer Generator dich umbringen kann?“, schrieb sie Carter. „Weil er (Roy) hat gesagt, dass er einen in einem Elektrofachgeschäft mit anderen Werkzeugen gekauft hat“, fragte sie.
Die Staatsanwälte von Bristol argumentierten, dass sie mit diesen Nachrichten an Bekannte (angeblich in Sorge um ihren Freund), den Druck auf Roy erhöhte sich umzubringen. Alles Teil eines abartigen Spiels um Leben und Tod, welches die junge Frau spielte um Aufmerksamkeit zu erlangen.
„Sag mir Bescheid, wenn du es tust“, schrieb sie in einer anderen SMS, am selben Tag als Roy sich das Leben nahm. „Im Himmel wirst du glücklich sein. Du wirst keine Schmerzen mehr haben. Es ist ok, wenn du Angst hast, das ist normal. Du bist kurz davor zu sterben (…) Tu es einfach Baby.“
