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Am 24. August 2012 wird Anders Breivik zu 21 Jahren Gefängnis und damit der norwegischen Höchststrafe verurteilt. Breivik hatte am 22. Juli 2011 in mehreren Anschlägen insgesamt 77 Menschen getötet.
 

Das Massaker

 

Anders Behring Breivik ist ein Rechtsextremer mit extremen anti-muslimischen Ansichten. Nach eigenen Angaben wollte er auf eine angebliche „Islamische Kolonisation Europas“ aufmerksam machen, als er am 22. Juli 2011 mehrere Anschläge in der norwegischen Hauptstadt Oslo sowie in einem Jugendcamp auf der benachbarten Insel Utoya verübte.

Das Massaker war das tödlichste Verbrechen in der Geschichte der fünf Millionen Einwohner großen Nation seit dem Zweiten Weltkrieg.

 

Der Verlauf

 

Die Tat begann am Nachmittag des 22. Juli, als Breivik ein mit Sprengstoff beladenes Auto vor einem Regierungsgebäude in Oslos Zentrum in die Luft jagte. Dabei starben acht Menschen und mehr als 200 weitere wurden schwer verletzt.

Etwa zwei Stunden später begab sich Breivik als ein Polizeibeamter verkleidet auf die Insel Utoya, die etwa 40 Kilometer nordwestlich von Oslo liegt. Auf der Insel wurde eine Sommercamp für Jugendliche abgehalten. Die Veranstaltung wurde von der Regierungspartei Norwegens organisiert, gegen deren liberale Immigrationspolitik Breivik vorgehen wollte.

Auf Utoya erschoss der Attentäter insgesamt 69 Menschen. Die meisten von ihnen waren Jugendliche. Einige der Opfer versuchten, Breivik zu entkommen, in dem sie ins Wasser sprangen und davon schwammen. Breivik schoss jedoch auch auf sie.

 

Nach der Tat

 

Mehr als eine Stunde nach dem Beginn des Amoklaufs stellte sich Breivik schließlich den angerückten Polizeibeamten. Bei den Untersuchungen zu der Tat wurde bekannt, dass Breivik kurz vor den beiden Anschlägen ein 1.500-Seiten umfassendes Manifest ins Internet gestellt hatte, in dem er unter anderem gegen den Islam hetzte, den er als eine Bedrohung für Europa ansah.

Außerdem fanden Beamten heraus, dass Breivik sich mehrere Jahre lang auf die Tat vorbereitete. Über sein landwirtschaftliches Unternehmen bestellte er unter anderem Chemikalien, um Sprengstoff zu bauen und er spielte Kriegs-Videospiele in Vorbereitung auf das Massaker.

 

Der Prozess

 

Der Prozess gegen Breivik begann im Frühjahr 2012 und dauerte zehn Wochen. Er gab vor Gericht die Taten zu, behauptete jedoch, seine Opfer hätten eine Mittäterschaft, da sie muslimische Immigration unterstützten und dadurch seiner Meinung nach Norwegen schadeten.

Am 24. August 2012 wurde Breivik zu 21 Jahren Haft verurteilt, was der norwegischen Höchststrafe entspricht. Die Strafe kann jedoch weiter ausgedehnt werden, so lange er weiterhin als eine Bedrohung für die Gesellschaft angesehen wird.

 

Zurechnungsfähig oder nicht?

 

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess die Position vertreten, dass Breivik unzurechnungsfähig sei und deshalb statt ins Gefängnis in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden sollte. Das Gericht ernannte ihn allerdings für schuldfähig - sehr zum Gefallen Breiviks. Dieser wollte nämlich, dass seine Verbrechen als politischer Aktivismus verstanden und nicht als die Taten eines Verrückten angesehen würden.

Einer Woche vor der Urteilsverkündung trat außerdem der norwegische Polizeipräsident zurück, nachdem Berichte einer unabhängigen Kommission zu dem Schluss kamen, dass die Polizei schneller hätte reagieren und mehr hätte unternehmen müssen, um die Taten zu verhindern.