Zurück

 

Der leblose Körper Lana Clarksons wird in der Villa des Ex-Beatles-Produzenten Phil Spector gefunden. Die Frage, ob Spector die Schauspielerin getötet hat oder nicht, kann lange nicht beantwortet werden. Ein Gerichtsprozess scheitert.
 

Der schicksalhafte Abend

 

Am 3. Februar 2003 wurde die Polizei zur Villa des ehemaligen Musikproduzenten Phil Spector gerufen. Die damals 40-jährige Lana Clarkson konnte mit einer Schusswunde im Kopf nur noch Tod aufgefunden werden. Spector, der die „Wall of Sound“-Aufnahmetechnik entwickelt und mit unzähligen Top-Künstlern wie den Beatles oder Tina Turner zusammengearbeitet hatte, traf Clarkson an jenem Abend in einer Bar in West Hollywood. Clarkson hatte in zahlreichen B-Movies mitgewirkt und sich damit einverstanden erklärt, an jenem Abend noch mit in Spectors Villa zu kommen. Spector galt im Business als exzentrisch und herrschsüchtig.

 

Eine klare Angelegenheit?

 

Spector wurde wegen Mordverdachts inhaftiert und gegen eine Kaution von einer Million Dollar wieder freigelassen. Im September 2004 begann der Prozess gegen ihn. Die Anklage baute darauf auf, dass Spector Clarkson erschoss, weil diese sich seinen Annäherungsversuchen widersetzte. Einige Frauen wurden in den Zeugenstand gerufen, die alle ähnliche Äußerungen tätigten: Spector hätte sie mit einer Waffe bedroht. Spectors Chauffeur, der ihn und Clarkson an jenem Abend zu dessen Villa gefahren und draußen gewartet hatte, bezeugte, dass er einen Schuss hörte. Spector soll danach mit einer Waffe in der Hand auf ihn zugekommen sein und zu ihm gemeint haben: „Ich glaube, ich habe gerade jemanden umgebracht!“. Die Verteidigung wiederum wollte darlegen, dass Clarkson depressiv gewesen sei, weil ihre Karriere nicht voranging. Obendrein sollen Geldprobleme sie in den Selbstmord getrieben haben.

 

Ein reiner Indizienprozess

 

Es gab keinen forensischen Beweis dafür, dass Spector die Waffe gehalten hatte, obwohl sich auf seiner Kleidung Blutspuren befanden. Das nutzte die Verteidigung wiederum dafür, den Ansatz zu vertreten, er habe zu weit weg gestanden um ihr die tödliche Schusswunde zugefügt haben zu können.

 

Die Jury und das Urteil

 

Die Jury tagte eine Woche lang um am Ende bei einem 7 zu 5 Ergebnis festzuhängen. Eine Fristverlängerung brachte auch kein einstimmiges Ergebnis. Der erneute Prozess gegen Spector führte zum Schuldspruch. Der Ex-Musikproduzent wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt.