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Gary Ridgway, bekannt als der “Green River Killer“, ist ein US-amerikanischer Serienmörder, der wegen 48-fachen Mordes verurteilt wurde. Sein erstes Opfer tötete er 1982, gefasst werden konnte er erst am 30. November 2001.

 

Junge Jahre

 

Ridgway wurde am 18. Februar 1949 in Utah geboren. Er gab an, sich schon früh zu seiner Mutter Mary hingezogen gefühlt zu haben. Das fand er gleichermaßen erregend und abstoßend. Sein Vater Thomas war Busfahrer und arbeitete oft an der Linie, die durch das Prostituiertenviertel Salt Lake Citys verlief. Er war religiös-konservativ, klagte einerseits über den ihn umgebenden Abschaum, verkehrte andererseits aber ebenfalls mit Prostituierten.

Die Familie zog in einen Außenbezirk von Seattle, in dem Armut und eine hohe Kriminalitätsrate herrschte. Mit 16 Jahren vollzog Ridgway erstmals eine Gewalttat, als er einem sechsjährigen Jungen in den Wald führte und ihn mit einem Messer stach.

Ridgway war ein äußerst schlechter Schüler – sein IQ liegt im unteren 80er-Bereich –, war unter seinen Mitschülern aber beliebt.

Nach der Schulzeit ging er zur US Navy. Er heiratete früh und zog mit seiner Frau nach San Diego. Die Ehe zerbrach und Ridgway heiratete kurze Zeit später erneut. Seine zweite Frau meinte, er habe sie nur als Sexobjekt angesehen. 1975 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt, was Ridgway dazu brachte, sich mit Religion auseinanderzusetzen. Nichtsdestotrotz wollte er immer mehr seine sexuellen Fantasien an seiner Frau ausleben. Als auch diese Ehe zerbrach, stand ihm nichts mehr im Weg, seine sexuelle Neigung voll und ganz auszuleben.

 

Die Morde

 

1982, ein Jahr nach seiner Scheidung, begann er seine Mordserie. Seine Vorgehensweise: Er fuhr mit seinem Pickup die Außenbezirke Seattles ab, sprach Prostituierte an und hatte mit ihnen in der Umgebung des Green River Geschlechtsverkehr. Oft ging er bei den Morden nach demselben Muster vor: Er erwürgte die Frauen mit seinen bloßen Händen und verscharrte die Leichen im Wald oder im Fluss. Nachts kehrte er häufig zurück um sich erneut an den Leichen zu vergehen oder die Körper zu verstümmeln. Schmuckstücke, die er bei den Damen fand, verkaufte oder verschenkte er.

Manche vermuten, Ridgway habe bis zu 71 Morde verübt. Er selbst sagt, es wären so viele gewesen, dass er sich nicht mehr an jede Einzelne erinnern könnte. Bestätigt sind 43 Opfer. Er ging bei der Auswahl der Frauen nach keinem Schema vor. Wichtig war ihm nur, dass er sie in seinen Augen als Abschaum ansehen konnte. Sein jüngstes Opfer war 12 Jahre alt, das älteste 38.

 

Die Ermittlungen

 

Ridgways erstes Opfer wurde am 15. Juli 1982 gefunden. Die Frau war erwürgt worden. Die Polizei nahm zuerst an, sie wäre ein Opfer häuslicher Gewalt. Doch als vier weitere Leichen in und um den Green River gefunden wurden, ging die Polizei von einem Serienmörder aus. Die Presse sprach bald vom „Green River Killer“.

Im Jahr 1984 gründete die Polizei eine Task-Force, die einzig und allein zur Aufgabe hatte, den Mörder zu schnappen. Im Verdächtigenkreis waren über 12.000 Menschen. Das Gebiet um den Green River wurde ständig überwacht. Die Opferzahl stieg auf 42 und die Polizei konnte keinen einzigen Ermittlungserfolg aufweisen. Der berüchtigte Serienmörder Ted Bundy half ebenfalls der Polzei, in dem er für sie ein psychologisches Täterprofil erstellte. Doch trotz aller Bemühungen trat die Task Force auf der Stelle, was in der Öffentlichkeit zu Missfallen führte.

 

Ridgway und die Polizei

 

Immer wieder hatte Ridgway in der Zeit Kontakt mit den Ermittlern. Anfangs war er einer der Verdächtigen, da er am Straßenstrich bekannt war und seine Kreditkartenabrechnungen zeigten, dass sein Benzinverbrauch äußerst hoch war. Er meldete sich auch mal freiwillig bei der Task Force um Informationen zu den Morden preiszugeben. Selbst den Lügendetektortest bestand er ohne Probleme. 1987 hatte die Polzei erneut Kontakt zu Ridgway, da nachgewiesen werden konnte, dass er eine Verbindung zu mindestens zwei der 46 Opfer hatte. Sie nahmen DNS-Proben, doch die unausgereifte Technik machte eine Überführung unmöglich.

 

Eine ungelöste Mordserie?

 

Die Task Force hatte bereits 15 Millionen Dollar gekostet. Aufgrund des Misserfolgs bestand das Sonderkommando im Juli 1991 nur noch aus einem Mann. Man ging davon aus, dass der Serienmörder bereits wegen eines anderen Verbrechens im Gefängnis saß oder verstorben sei. Obwohl es im Gebiet um den Green River weiterhin zu Morden kam, schrieb man sie ihm nicht mehr zu.

Erst acht Jahre später, im Jahr 1999, gab es Fortschritte bei den Ermittlungen. Ein Opfer konnte durch neuartige DNA-Tests rückwirkend als Tracy Winston identifiziert werden. Im März 2001 wurden weitere Tests an den Fundstücken der Opfer durchgeführt. Es gab Übereinstimmungen mit Ridgway. Er wurde am 30. November 2001 verhaftet, plädierte aber auf nicht schuldig. Eine Sonderkommission wurde gegründet um die Opfer mit ihm in Verbindung zu bringen.

 

Verurteilung

 

Ridgway kooperierte mit der Polizei ab 2003, um der Todesstrafe zu entgehen. Er half den Ermittlern, in dem er sie zu Leichen führte und Opfer identifizierte.

Am 5. November 2003 bekannte er sich des 48-fachen Mordes schuldig, was ihm eine lebenslange Haftstrafe einbrachte.