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Am Morgen des 5. Septembers 1972 drängen acht Anhänger der Terroristengruppe „Schwarzer September“ in das Olympische Dorf in München ein. Sie haben ein Ziel: Durch die Gefangennahme von israelischen Athleten wollen sie die Freilassung inhaftierter Terroristen fordern.
 

Das Attentat

 

Im Outfit des arabischen Nationalteams drangen am 5. September 1972 acht schwer bewaffnete Terroristen in das Olympische Dorf in München ein. Im Vorfeld waren sie von deutschen Neonazis bei der Planung unterstützt worden. Obwohl sie sich über einen Absperrzaun Zutritt zum Gelände verschafften, hatte das Sicherheitspersonal die Eindringlinge als keine Gefahr wahrgenommen. Die Araber stürmten die Unterkunft von 21 israelischen Athleten und Offiziellen. Yossef Gutfreund, Kampfrichter bei den Spielen, versuchte ihnen den Zutritt zu versperren. Er rettete damit Tuvia Sokolovsky das Leben, der in der Zeit über den Balkon fliehen konnte.

In einer anderen Unterkunft wurde Moshe Weinberg, Trainer des israelischen Ringerteams, mehrfach angeschossen, schaffte es aber trotz allem einen der Terroristen zu verwunden und einen seiner Teamkollegen zur Flucht zu verhelfen.

 

Die Verhandlungen

 

1970 von einigen wenigen Kämpfern gegründet, hatte es die Terrororganisation „Schwarzer September“ geschafft, neun Geiseln zu nehmen. Für die Freilassung der Mannschaft forderten sie, dass 234 Gefangene – die meisten davon Terroristen – freigelassen werden sollten. Diese Forderung wurde abgelehnt. Ihnen wurde aber ein Helikopter versprochen, der sie zum Flugplatz Fürstenfeldbruck bringt, um sie von dort außer Landes zu bringen.

 

Der Übergriff

 

Die Polizei plante am Flugplatz einen Übergriff auf die Terrororganisation. Scharfschützen waren überall am Flugplatz postiert. Der Befreiungsversuch war schlecht geplant und scheiterte vollständig. Nur drei Terroristen konnten im ersten Gefecht außer Kraft gesetzt werden, die anderen verschanzten sich. Ein Terrorist warf eine Granate auf den Helikopter, in dem sich noch fünf Geiseln befanden. Sie alle starben. Ein anderer Terrorist schoss wild auf einen weiteren Helikopter. Nach dem Attentat lautete die traurige Bilanz: ein toter deutscher Polizist, fünf tote palästinensische Terroristen und elf tote Geiseln. Drei Terroristen konnten am Ende der Geiselnahme überwältigt werden. Sie alle wurden aber kurz darauf durch eine Flugzeugentführung wieder freigepresst.

 

Die Rache

 

Nur wenige Tage nach dem Attentat rächte sich Israel mit einem Luftangriff auf Syrien und auf den Libanon. 66 Menschen fielen den Angriffen zum Opfer. Ein weiterer Vergeltungsschlag galt den Anhängern des Schwarzen Septembers. Auf sie hetzten die Israeli Auftragsmörder, während israelische Truppen über die libanesische Grenze stürmten und somit den gewaltsamsten Kampf seit des Sechstagekriegs von 1967 auslösten.