Lässt man alle politischen, religiösen und militärischen Anführer außen vor und konzentriert sich nur auf die Zivilbevölkerung, so könnte Carlos Panzram einer der bösesten Menschen aller Zeiten sein.
Er wurde 1891 als Sohn einer armen Familie in Minnesota, USA, geboren. Mit nur acht Jahren wurde er in eine für ihre grausamen Methoden bekannte Erziehungsanstalt namens Red Wing eingewiesen, in der er geschlagen und vergewaltigt wurde.
Nach seiner Entlassung reiste er als blinder Passagier durch das Land und schlief auf Güterzügen. Dabei wurde er oft von anderen Obdachlosen überfallen, ausgeraubt und missbraucht.
All diese schrecklichen Erfahrungen führten dazu, dass bereits wenige Jahre später aus dem unschuldigen Kind ein gefährlicher, höchst aggressiver Verbrecher geworden war: Er stahl auf seinem Raubzug entlang des Columbia River alles, was ihm zwischen die Finger kam und verging sich an unzähligen Kindern und Jugendlichen.
Als er endlich gefasst wurde, verurteilte man ihn zu sieben Jahren Zuchthaus in Oregon. Drei Jahre später, im Jahr 1918, gelang ihm jedoch die Flucht.
Panzram setzte sich nach New York ab und beging zu diesem Zeitpunkt auch seine ersten Morde: Er warb arbeitslose Matrosen mit der Aussicht auf einen Job an, nur um sie dann in einem Hinterhalt zu erschießen und auszurauben.
1920 reiste er nach Angola und konnte mit Geld sechs einheimische Männer überreden, ihn auf Krokodiljagd zu begleiten. Er brachte alle um und warf ihre Leichen den Krokodilen zum Fraß vor.
Da er nun auch von der afrikanischen Polizei gesucht wurde, kehrte er heimlich wieder in die USA zurück.
1928 wurde er wieder verhaftet und zu 25 Jahren Haft in der Strafanstalt von Kansas verurteilt. Dort tötete er den Chef der Wäscherei, indem er ihn mit einer Eisenstange erschlug.
Panzram wurde zwei Jahre später zum Tode verurteilt. Ihm wurden 21 Morde und mehr als 1.000 sexuelle Vergehen an Kindern und Jugendlichen zur Last gelegt.
Nach eigenen Angaben verabscheute er die menschliche Rasse – inklusive sich selbst – aus tiefstem Herzen und bereute kein einziges seiner Vergehen. Auf einen ähnlichen Täter trifft auch Stephan Harbort in "Protokolle des Bösen" auf A&E.
