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Shane O’Doherty, besser bekannt als Jack, ist ein Ex-Terrorist der irischen Terrororganisation IRA. 1992 hätte er fast ein Massaker in einer Schule angerichtet, brach jedoch aus bislang ungeklärten Gründen sein Vorhaben ab.

Einige Jahre später wurde der Kriminelle von dem Journalisten Robert Evans interviewt. Dieser wollte herausfinden, ob es einen Unterschied zwischen den weißen Terroristen, die in öffentlichen Einrichtungen Blutbäder anrichten, und den islamistischen Extremisten gibt, die in großen Städten Massaker durchführen.

Nach dem Motiv für die Bluttaten gefragt, antwortete Jack, dass oft Demütigung der Grund dafür sei, nicht religiöse Überzeugung. Junge Menschen, die ihre Mitschüler umbringen, fühlen sich von der Gesellschaft und ihren Klassenkameraden ausgeschlossen, genau wie die Dschihadisten sich vom Westen erniedrigt fühlen.

Psychische Erkrankungen werden oft als Grund für gewalttätige Auseinandersetzungen und Amokläufe genannt. Evans aber weist darauf hin, dass bei lediglich sechs Prozent der Todesschützen eine mentale Störung diagnostiziert wurde.

Mehr als 50 Prozent hingegen hatten schon einmal einen Missbrauch oder eine Demütigung in ihrem Leben erfahren.

Evans geht – im Gegensatz zu den Massenmedien – nicht davon aus, dass die Amokläufer das Morden genießen. In Wirklichkeit, so der Journalist, würden sie sich von der Gewalttat „abkapseln“ und ein geradezu roboterhaftes Verhalten an den Tag legen – ohne an die Konsequenzen zu denken.

Dazu passt, dass Jack zugab, bei seinen Missionen nicht an mögliche Opfer gedacht zu haben, sondern wie ein Computer vorgegangen zu sein. Der Ex-Terrorist sagt von sich selbst, in solchen Momenten geradezu „entmenschlicht“ gewesen zu sein.

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