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Gutachter bezeichnen ihn als Psychopath, das FBI nennt ihn den schlimmsten Serienmörder der USA. Samuel Little, heute 80 Jahre alt, wird im Jahr 2014 wegen dreifachen Mordes angeklagt und zu dreifach lebenslanger Haft verurteilt. Welche Geheimnisse der ehemalige Amateurboxer allerdings verbirgt, ahnt zu der Zeit niemand.

 

Kindheit und Jugend

Samuel Little kommt nach eigenen Angaben während eines Gefängnisaufenthalts seiner Mutter, die sich als Prostituierte durchschlägt, zur Welt. Den Großteil seiner Kindheit verbringt Little bei seiner Großmutter in Ohio. Bereits in der Schule zeigt er Probleme mit Autorität und fügt sich nur schwer in eine Gruppe ein. 1956 wird er das erste Mal verhaftet und zu einer Haftstrafe im Jugendgefängnis verurteilt. Nach seinem Highschool-Abschluss arbeitet er nur gelegentlich, er hält sich mit Diebstählen und Überfällen über Wasser. Nach einer dreijährigen Haftstrafe wegen eines Einbruchs in einem Möbelhaus scheinen alle Stricke bei ihm zu reißen. Wenn Little nicht gerade auf der Straße lebt, nennt er Bordelle oder Obdachlosenheime sein Zuhause. Er hält sich nirgendwo lang auf, sondern reist wie ein Nomade von Stadt zu Stadt. Mitte der 1970er-Jahre ist er bereits in 26 US-Bundesstaaten straffällig geworden. Die Gründe reichen von Diebstahl über versuchte Vergewaltigung bis hin zu Beamtenbeleidigung.

 

Mordanklagen

1982 wird Little wegen Mordes an einer Prostituierten in Mississippi verhaftet, doch eine Jury beschließt, die Beweise wären für eine Anklage nicht ausreichend. Little wird direkt nach Florida überführt, wo er wegen eines weiteren Mordes angeklagt wird. Zeugen belegen, dass Little in der Nacht des Mordes an der Seite des Opfers gesehen wurde, doch widersprüchliche Aussagen führen erneut zu einem Freispruch.

 

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Verhaftung und Verurteilung

Im September 2012 wird Little in einem Obdachlosenheim in Kentucky verhaftet. Ihm werden drei Morde, begangen in den Jahren 1987 und 1989, zur Last gelegt. DNA-Tests hatten ihn als Täter überführt. 2014 wird er für schuldig gesprochen und zu dreifach lebenslanger Haft verurteilt. Obwohl das FBI bereits zu diesem Zeitpunkt in weiteren „Cold Cases“ gegen ihn ermittelt, streitet er jede Schuldfrage ab.

Den Umschwung bringt der Texas Ranger James Holland, der ebenfalls wegen eines stillgelegten Mordfalls gegen Little ermittelt. Er verspricht dem bereits gegen gesundheitliche Probleme kämpfenden Little die Verlegung in ein Gefängnis mit besserer Krankenstation. Doch das allein bringt den 1,90 Meter großen Verbrecher nicht zum Sprechen. Erst als Holland feststellt, Little wolle als Mörder und nicht als Vergewaltiger gesehen werden, fängt Little an aus seinem Leben zu erzählen.

 

Die ganze Wahrheit

Little gesteht 93 Morde an Frauen, die er ab Anfang der 1970er-Jahre bis ins Jahr 2005 begangen haben will. Zwar kann er sich an keinen einzigen Namen der Opfer erinnern, doch er nennt viele Details: die Haarfarbe oder Frisur eines Opfers; die Bushaltestelle, an der er eine Frau aufgegabelt hat; den Baum, an dem er eine der Leichen abgeladen und halbherzig verscharrt hat. Oft spricht er von den Morden mit einem Lächeln im Gesicht, Reue zeigt er keine. Gott habe ihn so erschaffen, deshalb hätte er in dessen Namen gehandelt. In den Gesprächen, die sich über Wochen erstrecken, kommen grausame Details zum Vorschein. Seine Opfer habe er immer mit einem Schlag zum Schweigen gebracht, danach habe er sie meist erdrosselt.

Little fertigt oft Zeichnungen der Opfer an, die das FBI an die Öffentlichkeit bringt, um die Person zu identifizieren. Bislang konnte ihm die Mittäterschaft an 50 Morden nachgewiesen werden. Das macht ihn zum schlimmsten Serienmörder der USA bezogen auf die Anzahl der Opfer. Little ging meist auf afroamerikanische Frauen aus schwierigen Lebensverhältnissen los, im Glauben, diese würden nicht vermisst werden. Dadurch, dass Little nie lang genug an einem Ort war, wurde er von der Polizei auch nie mit den Taten in Verbindung gebracht.

Hätte der 80-jährige Little nicht selbst angefangen von seinen grauenhaften Morden zu berichten, wären sie höchstwahrscheinlich nie ans Tageslicht gekommen.

 

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