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Schlafwandeln ist ein bekanntes Phänomen. Einige der Betroffenen laufen nachts schlafend durch ihr Haus, andere machen sich vielleicht sogar etwas zu essen. Doch einige von ihnen werden im Schlaf zu Mördern. Am Tag des Schlafes haben wir für euch spektakuläre Fälle recherchiert, in denen der Täter buchstäblich geschlafen hat.

 

Schlafentzug als Folter 

Der Weltrekord im Wachbleiben wurde 2007 von dem Briten Tony Wright aufgestellt, der 266 Stunden, also mehr als elf Tage lang, am Stück wach blieb. Doch langer Schlafentzug hat erhebliche Folgen. Dauerhafter Schlafmangel führt zu körperlichen Problemen wie vermehrten Kopfschmerzen und auch einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte und andere Krankheiten. Hinzu kommt, dass vermehrt psychische Probleme auftreten können, wie beispielsweise Denkstörungen oder auch das Aufkommen von Halluzinationen.

Daher wird gezielter und dauerhafter Schlafentzug als Folter angesehen, da so das klare Denken des Opfers unterbunden wird und so der Wille bzw. die Widerstandkraft des Betroffenen gebrochen werden soll. In der DDR war dies eine gängige Methode bei Verhören von Verdächtigen Personen. Auch in dem von den USA betriebenen Gefangenenlager Guantánamo soll er immer wieder zu erzwungenem Schlafenzug gekommen sein, um die Verhörten zu einer Kooperation zu bewegen. 

Schlafwandermorde: Robert Ledru

Einer der wohl spektakulärsten Mordfälle in der Kriminalgeschichte ist der Fall des Pariser Polizisten Robert Ledru. Dieser wurde 1887 zu dem Tatort eines Mordes gerufen, um den Täter zu ermitteln. Dabei fand er eine Pistolenkugel sowie auffällige Fußabdrücke, bei dem der große Zeh am rechten Fuß fehlte. Nach dieser Beobachtung kam dem Ermittler ein schrecklicher Verdacht, denn auch ihm fehlte ebendieser Zeh an seinem rechten Fuß. Auch hatte er bemerkt, dass in seiner Dienstwaffe eine Kugel fehlte. Ledru erinnerte sich ebenfalls, dass er am Morgen nach dem Mord völlig verwirrt aufgewacht war und kam so zu dem Schluss, dass er das Verbrechen begangen hatte, aber dabei schlafgewandelt war. Er stellte sich seinen Kollegen bei der Polizei, doch da ihm niemand seine Version der Geschichte glaubte, wurde er bis zum Ende seines Lebens in einem Krankenhaus untergebracht.

Schlafwandermorde: Kenneth Parks

Ein weiterer einschneidender Mordfall ist die Geschichte des jungen Kanadiers Kenneth Parks. Der 23-Jährige hatte schlafwandelnd seine Schwiegermutter umgebracht. In den frühen Morgenstunden des 24. Mai 1987 stieg er in sein Auto, fuhr 23km zum Haus seiner Schwiegereltern, griff seinen Schwiegervater an und stach schließlich mehrfach auf seine Schwiegermutter ein, die an den Folgen ihrer Verletzungen starb. Anschließend fuhr Parks sich selbst zur nächsten Polizeiwache und stellte sich. 

Er gab an, sich an nichts zu erinnern und erst auf der Polizeiwache aufgewacht zu sein, wurde jedoch wegen Mordes angeklagt. Im Verlauf des Prozesses wurden EEG Untersuchungen gemacht, bei denen Abweichungen festgestellt wurden, die das Schlafwandeln belegen würden. Auch blieb Parks in mehreren Verhören stets konstant bei seiner Geschichte. Diese Ergebnisse, zusammen mit der Tatsache, dass er eine gute Beziehung zu seinen Schwiegereltern und somit kein Motiv hatte, führten zu seinem Freispruch.