Wasel und Wael Ali

Wasel und Wael Ali teilen sich ihr Aussehen, ihre DNA – und ihre Sehnsucht nach Macht und Autorität. Letzteres soll den beiden zum Verhängnis werden.

 

Die Zwillingsbrüder

Wasel und Wael Ali kommen am 16. März 1988 in Khartum, Sudan, zur Welt. Ihre Mutter ist Sozialarbeiterin, ihr Vater Oberst der sudanesischen Armee. Um der Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, ziehen die Alis in den 1990er-Jahren nach Maryland, USA.

In den USA lernen die Zwillingsbrüder schnell Englisch und haben auch bald einen großen Freundeskreis in der Nachbarschaft. Ihre Wandlung zu amerikanischen Kindern der Vorstadt geht schnell von statten. Wasel und Wael sind bereits als Kinder unzertrennlich. Sie teilen sich ihr Aussehen, ihre DNA, ein Bett und die Bewunderung zu ihrem Vater, da dieser Autorität ausstrahlt. Wasel ist der ernsthaftere der beiden und im Vergleich zu seinem Bruder nachdenklicher.

 

US Armee

Niemanden verwundert es, dass Wasel und Wael nach ihrem High School Abschluss 2006 ihre Grundausbildung bei der US Armee beginnen. Allzu ernst nehmen sie die strengen Regeln die dort herrschen allerdings nicht. Immer wieder fehlen sie unentschuldigt, um Freunde zu treffen.

 

Falsche Entscheidungen

Das erste Mal geraten die Brüder mit dem Gesetz in Konflikt, als sie ein Militärfahrzeug stehlen und sich mit der damit gewonnen Macht als Polizisten ausgeben und Raser stellen. Sie werden festgenommen, kommen aber auf Bewährung raus. Die Brüder ziehen zurück zu ihrer Familie nach Columbia, wo Wasel in einem Kleidungsgeschäft und Wael in einem Handyladen anfängt.

Der nächste Ärger lässt nicht lange auf sich warten: Eines Nachts legen die beiden erneut ihre Militäruniformen an und geben sich als Gesetzeshüter aus. Als ihr falsches Spiel auffliegt, finden die Beamten auch noch eine Waffe in ihrem Auto.

 

Schicksalhafter Tag

Kurze Zeit darauf, am 22. August 2007, stürmt ein SWAT-Team ihr Elternhaus, um nach weiteren Waffen zu suchen. In der Zeit müssen Wasel, Wael und ihr Vater stundenlang mit gefesselten Händen am Boden liegen. Doch der Tag kommt noch schlimmer. Wasels Arbeitgeber ruft an um ihn wegen Kleidungsdiebstahls zur Rede zu stellen. Ihr Vater beauftragt daraufhin Wael damit, seinen Bruder von dem Laden abzuholen. Wael kommt danach auch wieder heim – doch ohne seinen Bruder Wasel.

Einige Tage später wird Wasels Leiche in einem nahegelegenen Waldstück gefunden, in dem die Brüder früher immer gemeinsam gespielt hatten. Jemand hatte Wasel mit bloßen Händen erstickt. Schnell gerät Wael in den Fokus der Ermittlungen, doch trotz Anklage kann ihm die Staatsanwaltschaft nichts nachweisen: Es fehlen Mordwaffe, DNA-Spuren und ein direktes Motiv.

 

Gescheiterter Neustart

Wael wird nach einem Jahr in Haft freigesprochen, stürzt sich in eine schwere Depression und beschließt einen Neustart in Atlanta zu machen. Er will Kriminologie studieren.

Waels Liebe zu Waffen legt sich allerdings nicht. Stolz zeigt er einem Freund seine Pistole, der damit unbeabsichtigt einen Schuss abfeuert. Er trifft Wael genau an jener Stelle, die auch bei Wasels Strangulation gebrochen wurde. Wael stirbt.

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