Darlene und Charlene Shuler

Die geschäftstüchtigen Zwillinge Darlene und Charlene Shuler eröffnen ihr eigenes Unternehmen. Ein kleiner Fehler ihrerseits entfacht eine hemmungslose Profitgier in den Schwestern, die ihnen teuer zu stehen kommen soll.

 

Kindheit und Jugend

Darlene und Charlene Shuler wachsen in bescheidenen Verhältnissen in South Carolina auf. Sie sind bei den Pfadfindern, gehen regelmäßig in die Kirche und sind gute Schülerinnen. Beide machen ihren Abschluss an einer Eliteuniversität.

 

Das Business

Die geschäftstüchtigen Zwillingsschwestern Darlene und Charlene Shuler gründen die Firma „C&D Distributors“, mit der sie kleine Maschinenausrüstung, Haushaltswaren und elektronische Geräte verkaufen. Ab 1993 beliefern sie auch Truppen der US Army im Irak und in Afghanistan, die auf die schnelle und unkomplizierte Lieferung kleiner Versorgungsgüter angewiesen sind. Für die Rechnungserfassung setzt das Verteidigungsministerium auf ein online-basiertes Programm, in dem jede Rechnung einzeln abgerechnet werden kann und Überweisungen automatisch durchgeführt werden.

 

Ein Fehler

Im November 1997 geschieht bei der Abrechnung ein Fehler. Eine der Schwestern gibt in dem Feld für die Rechnungssumme die Rechnungsnummer ein. Das Verteidigungsministerium überweist ihnen daraufhin 5.000 Dollar für die Lieferung von Glühbirnen. Als sie auf den Fehler aufmerksam werden, überweisen sie das Geld zurück. Doch sie haben eine Lücke im System gefunden: Niemand kontrolliert die eingetragenen Kosten. Ihre Gier wächst während ihre Hemmungen sinken.

So kommt es, dass sie insgesamt 112 Rechnungen mit weit überhöhten Versandkosten zur Zahlung einreichen. Bei Waren in einem Wert von etwa 50 Dollar schlagen die Schwestern bis zu 500.000 Dollar Versandkosten oben drauf. Über 20,5 Millionen Dollar sollen die Unternehmerinnen auf diese Weise erbeutet haben.

 

Zwei teure Unterlegscheiben

Erst im September 2006 fällt der Betrug auf Seiten des Verteidigungsministeriums auf, als "C&D Distributors" für die Lieferung von zwei 19 Cent teuren Unterlegscheiben Versandkosten in Höhe von 998.000 Dollar aufruft.

 

Konsequenzen

Als sie mit ihren Verbrechen konfrontiert werden, begeht Darlene Selbstmord, hinterlässt aber einen Scheck in Höhe von 4,5 Millionen Dollar, um die Schulden an der US-Regierung zu tilgen.

Im August 2007 bekennt sich Charlene des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche schuldig. Ihre zahlreichen Grundstücke und ihre Autosammlung werden beschlagnahmt. Im März 2007 wird sie zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt und zur Rückzahlung von 15,5 Millionen US-Dollar. Wegen guter Führung wird sie am 7. Februar 2015 entlassen.

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